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Zahnwurzeln durch Eröffnung der Zahnflächen freigelegt. |
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Unterkiefer in Aufsicht |
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Kopfskelett und Gebiss |
Das Pflanzenfressergebiss des Pferdes besteht aus je 6 Schneidezähnen und je 12 Backenzähnen im Ober- und Unterkiefer. Zwischen den Schneide- und Backenzähnen der rechten und linken Seite befindet sich eine etwa handbreite Lücke. Bei Hengsten und Wallachen, selten bei Stuten, bildet sich in diesem zahnfreien Rand zwischen Schneide- und Backenzähnen je ein Hakenzahn aus.
Die Schneidezähne heissen der Reihe nach von innen nach aussen paarweise Zangen-, Mittel- und Eckschneidezähne. Die Milchbackenzähne sind in der Tafel als P2, P3 und P4 gekennzeichnet, die bleibenden Backenzähne als M1, M2 und M3.
Die ersten Zähne, die das Fohlen mit auf die Welt bringt oder innerhalb der ersten sechs Wochen erhält, werden als Milchzähne bezeichnet, das sind alle Schneidezähne und die jeweils ersten drei Backenzähne. Die Milchzähne fallen nach einer bestimmten Zeit aus und werden durch bleibende Zähne ersetzt oder durch neu wachsende bleibende Zähne ergänzt, die nicht im Milchgebiss vorhanden sind. Diese sind die hinteren drei Backenzähne, die von vornherein als Dauerzähne angelegt werden. Das Ausfallen der Milchzähne ist die Folge des Schubes der nachfolgenden Dauerzähne.
Die Backenzähne, insbesondere die des Oberkiefers sind mit einer breiten Reibefläche versehen. Diese Fläche besitzt eine Schrägstellung und eine leicht gewellte Kaufläche. Der Unterkiefer ist schmaler als der entsprechende Oberkiefer. Deshalb kaut das Pferd immer nur auf jeweils einer Seite. Infolge der Schrägstellung der Reibeflächen kommt es zur Zahnspitzenbildung an den Unterkieferbackenzähnen (an der Zungenseite) und an den Oberkieferbackenzähnen (an der Backenseite). Mit seitlichen Kieferschlägen wird das Futter zermahlen. In Folge der flachen Gelenkwalze und grube des Kiefergelenkes mit einer dazwischenliegenden Faserknorpelscheibe (Meniskus) sind beim Kauen starke Seitwärtsbewegungen möglich. Die Kaubewegungen erfolgen hauptsächlich durch den äusseren Kaumuskel, der auf der einen Seite am Jochbogen und an der Gesichtsleiste und auf der anderen Seite an der Aussenfläche des Unterkieferastes ansetzt. Der hintere äussere Teil des Unterkieferrandes wird als Ganasche bezeichnet.
Mit seitlichen Kieferschlägen wird das Futter zermahlen. Für jeden Bissen braucht das Pferd 30 bis 60 Kieferschläge. In der Minute können 70 bis 80 Kieferschläge ausgeführt werden. Der Kauvorgang dient der mechanischen Zerkleinerung der Futterbestandteile und ihrer Durchmischung mit Speichel. Auf diese Weise wird das Futter in einen abschlingbaren Zustand gebracht. In einer Stunde produzieren die Speicheldrüsen durchschnittlich 8,8 kg Speichel und insgesamt 40 kg pro Tag. Im Rachenraum kreuzen sich der Bissenweg und der Atmungsweg.